Grußwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Siemtje Möller anlässlich der Verleihung des Wissenschaftspreises „Aquila ascendens“ durch das DialogForum Sicherheitspolitik

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die sicherheitspolitische Lage in Europa und der Welt hat sich dramatisch verändert. Spätestens durch den brutalen und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist Sicherheitspolitik in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte und ins Zentrum unserer Außenpolitik gerückt.

Gerade in dieser Zeit, in dieser Krise, zeigt sich, dass Deutschland zu seiner sicherheitspolitischen Verantwortung steht und bereit ist, zusammen mit Partnern und Verbündeten in der EU und NATO Verantwortung zu übernehmen. Es zeigt sich aber auch, wie direkt und unmittelbar Sicherheitspolitik unseren Alltag betrifft und wie wichtig daher auch ein umfassendes gesellschaftliches Verständnis für Sicherheitspolitik ist. Gerade deshalb ist es unabdingbar, eine breite und informierte sicherheitspolitische Debatte in Deutschland zu führen – mit vielen unterschiedlichen Stimmen aus allen Teilen unserer Gesellschaft. Eine Debatte, die in der Vergangenheit oft vernachlässigt wurde – denn viele haben lange verdrängt, dass unsere Sicherheit einen Preis hat, den wir als Gesellschaft letztlich zahlen müssen!

Dabei kommt nicht nur der Politik, sondern insbesondere auch den Universitäten und Hochschulen sowie ihren Forschenden und Studierenden eine Schlüsselrolle zu. Denn Ihre Forschungsergebnisse sind es, die es ermöglichen, fundierte und wissenschaftliche Erkenntnisse über außen- und sicherheitspolitische Fragestellungen in aktuelle Diskussionen einzubringen. Mit Ihrer Forschung leisten Sie einen entscheidenden Anteil daran, den sicherheitspolitischen Diskurs voranzubringen und zur neutralen und informierten Meinungsbildung in unserer Gesellschaft beizutragen. In Zeiten von gezielter Desinformation, von Fake News und dem Erstarken undemokratischer Regime und illiberalen Demokratien sind Ihre Beiträge noch wertvoller als zuvor.

Daher bin ich dem DialogForum Sicherheitspolitik sehr dankbar, die Forschung auf diesem Gebiet weiter voranzutreiben und zu unterstützen – auch ganz gezielt durch die Stiftung des Nachwuchspreises „Aquila ascendens“ in Kooperation mit dem Sicherheitspolitischen Arbeitskreis der Universität der Bundeswehr München.

Insbesondere danke ich aber den jungen Akademikerinnen und Akademikern sowie den Studierenden für ihre jahrelange Arbeit und die beeindruckenden Forschungsergebnisse im Bereich der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Bleiben Sie auch weiter so neugierig! Hinterfragen Sie Informationen, bringen Sie sich ein und diskutieren Sie konstruktiv und kritisch mit! Denn Ihre Arbeit ist für die sicherheitspolitische Debatte in Deutschland unerlässlich. Für Ihren weiteren Lebensweg wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg!

Ihre

Siemtje Möller

Fotos: Bundeswehr/Tom Twardy


Preisauschreibung 2023

Ausschreibung

Das „DialogForum Sicherheitspolitik“ lobt zum fünften Mal einen Preis für MA-Absolventinnen und Absolventen sowie Promovierte aus. Prämiert werden auszeichnungswürdige Dissertationen und Masterarbeiten zum weitgefassten Themengebiet der Sicherheitspolitik. Ziel der Auszeichnung ist es, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Sicherheitspolitik zu fördern und mit einem breiteren Publikum in Austausch zu treten.

Über die Prämierung der Arbeiten entscheidet ein Beirat, unterstützt von einem wissenschaftlichen Gremium, der sich aus Angehörigen verschiedener gesellschaftlicher Bereiche zusammensetzt. Für den 1. Platz der Dissertationen und der Masterarbeiten werden jeweils 1000.- Euro ausgelobt. Des Weiteren werden auch die jeweiligen zweiten und dritten Plätze mit höherwertigen Sachpreisen prämiert.

Einzureichende Arbeiten sind Dissertationen und Masterarbeiten mit aktuellem Bezug zu Sicherheitspolitik. Im Fokus stehen dabei zukunftsweisende und theoriegeleitete empirische Arbeiten mit Policy-Relevanz oder Bezug auf Handlungsoptionen. Angesprochen sind Absolventinnen und Absolventen und Promovierte, deren Arbeiten nach dem 30. März 2021 abgeschlossen wurden.

Bewerbungen müssen bis zum 31.07.2023 vorliegen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Ansprechpartner

Patrick Schulz
E-Mail:

Tel.:      (+49) 151 / 22 77 80 91

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung an

E-Mail:

Forschungsthemenbeispiele

Wir sind an Einreichungen aus allen Themenbereichen und theoretischen Perspektiven auf Sicherheitspolitik interessiert. Dies umfasst beispielsweise

  • akteurzentrierte Analysen nationaler Sicherheitsinstitutionen (Militär, Nachrichtendienste, Grenzschutz, Polizei) oder internationalen und regionalen Organisationen (NATO, UN, EU, AU);
  • grenzüberschreitende oder innerstaatliche Kooperationen staatlicher, nichtstaatlicher oder internationaler Akteure, inklusive militärische Allianzen oder Public-Private Partnerships;
  • sicherheitsrelevante Außenpolitikanalysen oder Analysen von Beschaffungs- oder Bündnispolitik sowie traditionelle und nicht-traditionelle Sicherheitsrisiken, z.B. interstaatliche Kriege, Terrorismus oder sicherheitsrelevante Kriminalität;
  • Empirischer oder potentieller Wandel von Sicherheitspolitik, historische und zeitgeschichtliche Perspektikven, inklusive Friedenspolitik, feministische Außenpolitik u.a. Perspektiven.

FAQ

Welche Arbeiten können prämiert werden?

Master- und Doktorarbeiten mit aktuellem Bezug zur Sicherheitspolitik (s. Forschungsthemenbeispiele).

Wer kann sich bewerben?

Angesprochen sind Absolventinnen und Absolventen und Promovierte, deren 1. Master- oder Doktorarbeit nach dem 30. März 2021 abgeschlossen wurden.

Gibt es eine Einschränkung bei den einzureichenden Arbeiten?

Arbeiten dürfen den Umfang von 500 Seiten nicht übersteigen.

Wer kann den Preis erhalten?

Natürliche Personen, auch Verfasser von Gruppenprojekten.

Welche Unterlagen müssen für eine Bewerbung eingereicht werden?

Zu einer Bewerbung gehören folgende Unterlagen:

  1. Kontaktformular, vollständig ausgefüllt und unterschrieben.
  2. Exposé (Masterarbeit: max. 5 Seiten/ Doktorarbeiten: max. 15 Seiten) der Arbeit.
  3. „Zertifikat“, als Nachweis das und wie die Arbeit benotet worden ist.
  4. Arbeit selbst als PDF.

Alle Unterlagen müssen digital eingereicht werden an

Welche Kriterien muss das Exposé erfüllen?

  • Formalia
    • 1,5 Zeilenabstand
    • Schriftart Times New Roman
    • Schriftgröße 12
    • Seitenräder: überall 2,5 cm
  • Es muss eingegangen werden auf:
    • Problemstellung des Erkenntnisobjekts
    • den aktuellen Forschungsstand zum Thema
    • die Fragestellung der Arbeit
    • das Erkenntnisinteresse des Verfassers
    • das Ziel der Arbeit
    • zugrunde liegende Hypothese
    • Theorie(n), auf die Bezug genommen wird
    • die Methode(n), nach der/denen vorgegangen worden ist
    • die Quellen bzw. das Material, die/das verwendet wurde(n)
    • der Erkenntnisgewinn der Arbeit
    • Zielgruppe bei eventueller Veröffentlichung

 Ist das Preisgeld zweckgebunden?

Nein. Das Preisgeld wird den Preisträgern uneingeschränkt zur Verfügung gestellt.

Beirat

4. Preisverleihung 2021/2022

Preisträger

Dissertation

  1. Dr. Felix Biermann
  2. Dr. Tim Glawion
  3. Dr. Julia Leib

Mastertheses

  1. Julia Ruhs
  2. Jonas Neugebauer
  3. Lucas Hellmeier

Beirat

  • Dr. Dirck Ackermann, Leitender Militärdekan
  • Dr. Sarah Kirchberger, Abteilungsleiterin ISPK
  • Dr. Patrick Keller, Vizepräsident Bundesakademie für Sicherheitspolitik
  • GenLt Markus Laubenthal, StvGenInsp
  • Prof. Dr. Thomas Elßner, Referatsleiter KMBA
  • Mahmut Türker, Dipl-Ing Luft-und Raumffahrttechnik, angestellt bei einem großen Luftfahrtunternehmen

Wissenschaftliches Gremium

  • Prof. Dr. Carlo Masala, UniBw München
  • Prof. Dr. Anja P. Jakobi, TU Braunschweig
  • Prof. Dr. Michael Epkenhans, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
  • Dr. Gerlinde Groitl, Universität Regensburg